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Onlinesucht bei Kindern und Jugendlichen - wie Eltern helfen können

Laut einer neuen Studie, die von der Bundesdrogenbeauftragten Mortler von der CSU in Auftrag gegeben wurde, sind in Deutschland 600.000 Jugendliche und Kinder internetabhängig. Zweieinhalb Millionen hingegen werden als problematisch bei der Internetnutzung eingestuft. Bereits im Kindergartenalter sollten die Eltern nicht die Kontrolle verlieren, denn auf diese Weise können in frühester Kindheit Bindungsstörungen entstehen.

Eine Mutter klagt an:
Meine Tochter ist 15 und legt ihr Smartphone auch während des Essens nicht mehr aus der Hand. Möchte ich mich mit ihr beim Mittagessen über die Schule unterhalten, ist es ihr wichtiger, auf das Smartphone zu schauen und mit ihren Freundinnen, die sie bis gerade noch gesehen hatte, zu chatten. Zudem kauft sie sich in letzter Zeit nur Sachen, die von den angesagten Youtubern vorgeschlagen werden. Das diese Schuhe, Jeans oder Drogerieartikel den geldlichen Rahmen sprengen, ist klar. Mein Sohn hingegen, er ist jetzt 14, kann ohne seine Online-Spiele nicht mehr existieren. Anstatt sich mit seinen realen Freunden aus der Schule zu treffen, sitzt er lieber den ganzen Nachmittag vor dem PC und spielt online. Die Gefahren, die sich dahinter verbergen, außer dass er sich sozial total abkapselt, sind hierbei vor allem, dass niemand weiß, wer sich hinter den Online-Spielpartnern verbirgt. Jetzt ist meine Frage, sind meine Kinder süchtig nach dem Internet?

Woran erkennen Eltern eine mögliche Internetsucht ihres Kindes?

Keine Frage, in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass Jugendliche das Internet nutzen, wird dies auf den Grundschulen für verschiedene Hausaufgaben von den Kindern gefordert. Doch Eltern sollten wissen, wann und wie ihre Kinder das Netz für verschiedene Dinge nutzen und diese hierbei begleiten. Vor allem Kinder, die im Kindergartenalter vor dem Fernseher "geparkt" wurden haben später ein größeres Risiko, an einer Internetsucht zu erkranken. Daher sollten die Kleinsten und Grundschüler Fernsehen und Computer in Begleitung ihrer Eltern nutzen. Dann werden sie später nicht in eine Abhängigkeit rutschen. Ganz falsch ist es, den Kindern das Internet zu verbieten. Denn gerade das, was die Kleinen und die Jugendlichen nicht dürfen, machen sie erst recht. Leider ist das Wort Sucht in diesem Fall zu hoch gegriffen, denn bis heute hat die Internetsucht keine ICD-Klassifikation, und wird daher nicht als Krankheit anerkannt. Betroffene erhalten selbst durch die beste Berufsunfähigkeitsversicherung keine Rente.

Wann hat das Kind ernstzunehmende Probleme?

Es gibt Jugendliche und Kinder, die viel im Internet verbringen, hier auf verschiedenen Plattformen unterwegs sind um sich mit Gleichaltrigen auszutauschen oder verschiedene Spiele gegen andere User online zu spielen, doch hierüber keinesfalls ihre Pflichten vergessen. Sind die Kinder noch gut in der Schule, machen sie regelmäßig ihre Hausaufgaben, sind sie in einem Sport- oder anderem Verein in Ihrer Freizeit tätig und treffen sie sich auch regelmäßig mit Freunden zu Hause, auf dem Spielplatz oder in der Stadt, dann haben die Eltern alles richtig gemacht und nichts zu befürchten. Problematisch wird es hier erst, wenn soziale Kontakte mit anderen nicht mehr stattfinden, Hausaufgaben und andere Pflichten vergessen werden und die Noten in der Schule rapide absinken. In einem solchen Fall sollten die Eltern sofort handeln und sich Hilfe holen.